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Korea

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Korea Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Ich habe in den vergangenen Tagen nochmals sehr viel nachgelesen und mich dabei auch an die 50er Jahre erinnert, als wir voller Entsetzen die Nachrichten über die Gräuel des Koreakriegs verfolgten. Mir und vielen meiner Altersgefährten sind sie unvergesslich, während nicht nur sie, sondern auch weitere historische Fakten von westlichen Politikern und Kommentatoren weitestgehend ausgeklammert werden.
Das Bild vom "irren Diktator mit der Bombe", dem das Handwerk gelegt werden muss, ist der Bevölkerung - die sich ganz zu Recht vor einem Atomkrieg fürchtet - ja auch sehr leicht zu vermitteln. Da muss man der Frage, warum er sich so verhält (und dabei offenbar sogar im Land mehr oder weniger großen Rückhalt findet) gar nicht erst nachgehen.
Falls sich hier jemand trotzdem dafür interessiert, nachstehend die Links zu interessanten Veröffentlichungen

Zitat:
Ein vergessener Krieg
Bis heute gibt es keinen Friedensvertrag für die beiden Koreas Ein dicklicher junger Mann nimmt in großer Pose eine Militärparade ab, eine Rakete steigt auf und stürzt ins Meer, eine Nachrichtensprecherin schnattert aufgeregt Unverständliches – das sind die Bilder von Nordkorea, die uns das TV ins Haus liefert. Fremd ist das und damit ein bisschen schaurig und auch komisch, wie alles was man nicht versteht. [...]
Die Politik der Führung Nordkoreas lässt sich nicht von den historischen Erfahrungen trennen, die das koreanische Volk im 20. Jahrhundert gemacht hat.
Da sind vor allem die 45-jährige Besetzung durch Japan, die Teilung der Halbinsel nach dem Zweiten Weltkrieg und besonders der verheerende Krieg mit den USA von 1950–1953, der nicht in einem Frieden, sondern in einem Waffenstillstand endete. [...]


Weiterlesen unter
https://www.unsere-zeit.de/de/4920/hinte...le%E2%80%9C.htm (rechte Spalte!)
sowie unter dem gleichen Link den Artikel "Die Koreanische Volksdemokratische Republik kämpft mit inneren und äußeren Problemen" (linke Spalte)

Zitat:
[...]Wie die US-Zeitschrift „Foreign Policy“ (FP) in einem bemerkenswert realistischen Beitrag, „Kim Jong Un is a Survivor, not a Madman“, hervorhebt, hatte auch Muammar al-Gaddafi 2003 der Einstellung seines Atomprogramms zugestimmt – zur großen Begeisterung des „Westens“. Genutzt hat es ihm nichts, er teilte das Schicksal von Mohammed Nadschibullah (Afghanistan), Saddam Hussein (Irak) und vielen anderen. „We came, we saw, he died“, lachte Hillary Clinton. Ohne Atombomben sind wir so gut wie tot, so „FP“, dürfte die Kalkulation von Kim und seinen Generälen sein. Und man kann kaum behaupten, dass sie damit falsch lägen. In dieser Perspektive ist ein nicht-militärischer Ausweg aus der Krise schwer vorstellbar. „De-Nuklearisierung der koreanischen Halbinsel“ muss sich für Pjönjang nach einseitiger Entwaffnung der Volksrepublik anhören. Die Tests gehen weiter. Die USA werden ebenfalls nicht auf ihre Atomwaffen verzichten. Ex-Präsident Obama hat ein atomares Neubauprogramm auf den Weg gebracht, das in den nächsten 30 Jahren über eine Billion Dollar kosten könnte. Das ist eigentlich unnötig. Auch ohne US-Atomwaffen hätte das 25-Millionen-Volk der KDVR der Feuerkraft des Imperiums wenig entgegenzusetzen. Das Bild des brutal abgeschlachteten Ghaddafi, tot auf eine Motorhaube geschnallt, dürfte Warnung genug sein.

Vollständiger Text unter
https://www.unsere-zeit.de/de/4918/inter...gut-wie-tot.htm

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10.08.2017 20:13 Lonicera ist offline Beiträge von Lonicera suchen Nehmen Sie Lonicera in Ihre Freundesliste auf
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Forts.

Hier nochmals ausführlich zu Vorgeschichte und Koreakrieg

Zitat:
[...]»Vom 25. Juni 1950 bis zum 27. Juli 1953 (die Zeitspanne der offenen Kriegshandlungen, R.W.)«, hieß es in dem am 23. Juni 2001 in New York verkündeten Urteil des Korea International War Crimes Tribunal unter dem Vorsitz des ehemaligen US-Justizministers Ramsey Clark, »kamen nach konservativen westlichen Schätzungen über 4,6 Millionen Koreaner ums Leben, einschließlich drei Millionen Zivilisten im Norden und 500000 Zivilisten im Süden der Halbinsel.« [...]
In keinem vorangegangenen Krieg war das Verhältnis der zivilen Opfer zur Gesamtbevölkerungen so hoch wie im Koreakrieg. Ganze Landstriche waren auf Jahre verwüstet, Deiche gezielt von amerikanischen Kampfbombern gesprengt worden. Sämtliche größeren Städte glichen Ruinenlandschaften. Allein in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang waren bei Kriegsende nur knapp ein halbes Dutzend Häuser einigermaßen unversehrt geblieben. In Korea wurden mehr Napalmbomben abgeworfen als später in Vietnam. Weil es im Norden der Halbinsel mehr Ballungszentren mit einer größeren Bevölkerungsdichte und mehr innerstädtische Industrieanlagen gab, war deren Wirkung hier verheerender als in Nordvietnam. Profiteure der riesigen Zerstörungen waren ausgerechnet zwei Aggressoren des Zweiten Weltkrieges bzw. ihre Nachfolgestaaten – Japan und die Bundesrepublik. In jenen Jahren sorgte der Krieg für eine signifikante Steigerung des Wirtschaftswachstums, vor allem in der Investitions- und Konsumgüterindustrie, was im beschaulichen Bonn den Begriff »Korea-Boom« unter Ökonomen und Politikern gleichermaßen zur Lieblingsvokabel im einsetzenden »Wirtschaftswunders« werden ließ. [...]

Vollständiger Text unter
https://www.jungewelt.de/artikel/204810....ainer%7CWerning


Noch ein Video "Was es heißt, die USA vor der Haustür zu haben"

https://www.youtube.com/watch?v=xyG51LDJkMM

Und zuletzt ein Ausschnitt aus dem Wikipedia-Eintrag über Nordkorea

Zitat:
[...]Die Bevölkerung Nordkoreas wuchs im Zeitraum von 1960 bis 2016 von 12,3 auf mehr als 25 Millionen Menschen.[15][16] Nordkoreanischen Statistiken zufolge ist die Lebenserwartung seit 1986 im Mittel gesunken. Nach Angaben der Vereinten Nationen (Un) betrug die durchschnittliche Lebenserwartung im Zeitraum von 2010 bis 2015 für Männer 67,2 Jahre, für Frauen 74,1 Jahre. Die durchschnittliche Säuglingssterblichkeit lag bei 5,8 Prozent. Der offizielle Zensus Nordkoreas vom Jahr 2008 gibt die Lebenserwartung von Männern mit 65,6 Jahren an, die von Frauen mit 72,7 Jahren. Laut Angaben dieses Zensus lag die Säuglingssterblichkeit im Jahr 2008 bei 1,9 Prozent.[17] Trotz der zahlreichen Probleme und schlechten Ausstattung des nordkoreanischen Gesundheitswesen ist es gelungen die Lebenserwartung seit dem Ende des Korea-Kriegs um knapp 30 Jahre zu steigern und die Kindersterblichkeit zu senken.[18] Die Fertilität pro Frau lag 2016 bei 2,0 Kindern pro Frau. Mit einem Durchschnittalter von 33,8 Jahren und einer Bevölkerungswachstumsrate von jährlich 0,5 % hat Nordkorea eher die demographische Struktur von deutlich höher entwickelten Ländern.[19]


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10.08.2017 20:21 Lonicera ist offline Beiträge von Lonicera suchen Nehmen Sie Lonicera in Ihre Freundesliste auf
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Atomkrieg ist machbar Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Ich möchte Korea mit dem unten verlinkten Artikel von Uli Gellermann vor allem wieder zum Thema der Woche machen.
Denn bei der Entscheidung über Atomkrieg oder friedliche Lösung des Konfliktes geht es immerhin um das Schicksal der Menschheit und allen Lebens auf unserem Planeten.
Bei der eigenen Urteilsfindung könnten nicht zuletzt die vom Autor vermittelten Kenntnisse über die gegenwärtige bzw. historische Rolle der Insel Guam hilfreich sein.

Zitat:
Wie anders soll man Trumps Drohung mit „Feuer, Wut und Macht, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat" gegen Nordkorea begreifen als eben atomar?
Und kaum jemand scheint für diese Aggression geeigneter als die nordkoreanische Erbmonarchie, die sich selbst sozialistisch nennt.
Über Jahrzehnte war und ist sie die unverzichtbare Schreckens-Figur deutscher Medien.
Sie soll zwischenzeitlich sogar schon als Kinderschreck dienen: „Wenn Du nicht alles aufisst, holt dich der böse Kim!“ Welcher Kim auch immer gerade dran ist.
Nun also, im aktuellen Streit zwischen den USA und Nord-Korea, haben die Koreaner gedroht, ihre neueste Rakete, von der keiner so recht weiß ob es sie gibt und wie sie ausgerüstet ist, gegen den US-Militärstützpunkt auf der Insel Guam zu richten.
Schauder! Horror! Die vereinigten deutschen Medien schaudern mit.[...]

Weiterlesen unter
http://www.rationalgalerie.de/home/atomk...st-machbar.html

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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Lonicera: 14.08.2017 02:50.

14.08.2017 02:48 Lonicera ist offline Beiträge von Lonicera suchen Nehmen Sie Lonicera in Ihre Freundesliste auf
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RE: Atomkrieg ist machbar Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Und dieses Interview mit Richard Becker, Regionaldirektor "Anti-War Answer Coalition", muss ebenfalls sehr ernst genommen werden

Zitat:
[...]Es ist sehr bedauernswert, dass der UN-Sicherheitsrat diese Resolution verabschiedet hat. Es verlegt die Schuld für die Spannungen auf die koreanische Halbinsel. Nikki Haley, die US-Botschafterin bei der UNO, spricht über rücksichtslose Handlungen. Doch jedes Jahr nehmen Hunderttausende an Südkoreanern und Zehntausende an US-Soldaten an militärischen Manövern in Korea teil, die offen auf einen Regimewechsel in Nordkorea ausgerichtet sind und dies auch proben. Im Jahr 2002 in der Ansprache zur Lage der Union nannte George W. Bush den Iran, den Irak und Nordkorea die Achse des Bösen. Und dann kam das nächste Jahr und man marschierte in den Irak ein und zerstörte dieses Land. Daraufhin ging Nordkorea bei seinem Atomwaffenprogramm in die Vollen. Niemand will die Verbreitung von Atomwaffen in der Welt sehen. Aber es ist für jeden klar, der objektiv ist, dass Nordkoreas Atomprogramm als Abschreckungsmittel gedacht ist. Sie wissen ohne Zweifel, dass, wenn sie einen ersten Schlag ausführen würden, sie durch die viel größere Atomkraft der USA vernichtet werden.

[...]Russlands Botschafter bei der UN, Wassili Nebensja, sagte nach der Abstimmung im Sicherheitsrat: "Wir hoffen auf die Aufrichtigkeit der Zusicherungen des US-Außenministers, dass die USA nicht darauf abzielen, das derzeitige nordkoreanische Regime zu stürzen, eine gewaltsame Vereinigung der koreanischen Halbinsel einzuleiten, oder eine militärische Intervention in das Land durchzuführen. Aber es wirft Bedenken darüber auf, dass der von uns vorgeschlagene Punkt, diese Position [von Tillerson] in die Resolution mitaufzunehmen, nicht von den Autoren der Resolution unterstützt wurde." Wie erklären Sie sich das, was der russische UN-Botschafter über die ausländische Intervention in Nordkorea sagte und die Tatsache, dass der zusätzliche von Russland vorgeschlagene Punkt für die Resolution nicht von den USA unterstützt wurde?

Weil das US-Ziel ein Regimewechsel ist. Wenn wir nochmal an die George W. Bush-Regierung denken, war dort einer seiner Top-Beamten, der angeblich für die Abrüstung verantwortlich war: John Bolton. Als er gefragt wurde, was die US-Politik zu Nordkorea sei, antwortete er "kein Nordkorea" und das war eine feste Zielsetzung der US-Politik in Bezug auf Nordkorea. Es war Regimewechsel. Und die Tatsache, dass sie offen über eine Enthauptungsstrategie sprechen würden, macht es jedem klar, der aufmerksam hinschaut.

Wie stark werden sich diese Sanktionen auf die nordkoreanischen Bürger auswirken, statt das Regime zu schwächen?

Wahrscheinlich sehr negativ. Wir sehen die Art und Weise, wie Sanktionen in der modernen Zeit in Wirklichkeit verwendet und genehmigt werden. Das sollte als eine Art Kriegsverbrechen kategorisiert werden. Als sie eine Million Menschen im Irak töteten und die Sanktionen vorhanden waren, besuchte ich den Irak. Es war eine Blockade, die das schrecklichste Leiden im Lande verursachte. Sanktionen sind Waffen gegen die Bevölkerung des Landes, gegen die sie eingerichtet wurden. Es steht außer Frage, dass sie gegen die Führung gerichtet sind. Aber es ist nicht die Führung, sondern immer das Volk als Ganzes, das unter den Sanktionen leidet. Und ich denke, dass das koreanische Volk unter diesen Sanktionen leiden wird.



https://deutsch.rt.com/meinung/55519-fri...en-bevolkerung/

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14.08.2017 07:11 Lonicera ist offline Beiträge von Lonicera suchen Nehmen Sie Lonicera in Ihre Freundesliste auf
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RE: Korea Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Ich muss doch noch ein paar Worte mehr dazu schreiben.
Aus Uli Gellermanns Artikel geht hervor, dass er keine große Sympathie für die Kims hegt, und das trifft bei mir zumindest für den gegenwärtigen Sproß zu.
Andererseits: Was weiß ich denn eigentlich über ihn und die Nordkoreaner der Gegenwart? Ich kann weder in Kims Kopf, noch in die Köpfe der Bevölkerung schauen, und einigermaßen objektiv wirkende Analysen über die Verhältnisse im Land habe ich noch nicht gefunden. Wie sind die Produktionsverhältnisse, die zivilgesellschaftlichen Strukturen?
Klar ist: Ausländer werden isoliert/abgeschirmt, ihre Kontakte streng überwacht. Aber ist das ein Wunder angesichts der massiven Versuche der USA und ihrer Verbündeten, das kleine Land unter Nutzung aller Mittel zu liquidieren?

Karin Janz arbeitet als Entwicklungshelferin in Pyongyang. Mit dem Leben in Nordkorea hat sie sich arrangiert - und als Ausländerin hat sie einige Freiheiten.
Lesen unter
http://www.karriere.de/karriere/leben-un...pyongyang-7277/

Der jüngere Assad hat mal sinngemäß gesagt, dass kein Staatschef sich gegen den Willen des Volkes auf Dauer halten kann. Das scheint mir berechtigt und in Bezug auf Nordkorea besonders bedenkenswert, weil die Bevölkerung dieses bitterarmen Landes (zu Ursachen s.o.) offenbar nach entsetzlichen historischen Erfahrungen nun zum eigenen Schutz sogar Kims enorm teures Atomprogramm billigt. Und wer garantiert mir denn, dass es dem dicken Kim tatsächlich nur um den eigenen Machterhalt/eventuelle Pfründe(?) geht und nicht doch vorrangig um den Schutz der Bevölkerung?
Von Dynastien halte ich generell und vor allem dann nichts, wenn sie sich "sozialistisch" nennen.
Aber das ist eben meine durch unsere moderne Tradition geprägte Sicht.
Kann ich mir deshalb ein Urteil darüber erlauben, was die Nordkoreaner veranlasst, sich damit abzufinden oder diese Erbfolge vielleicht sogar zu wünschen?
Viele von ihnen sind Konfuzianer, die Ehrfurcht vor allem Althergebrachten (und sogar vor alten Menschen ja ) auszeichnet.

Langer Rede kurzer Sinn: Ich bin auch in diesem Fall ganz entschieden dafür, nicht alle Länder mit unserer eigenen Elle zu messen, sondern sämtliche innenpolitischen Entscheidungen den Nordkoreanern zu überlassen und jedem Versuch weiterer äußerer Einmischungen energisch entgegenzutreten.

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14.08.2017 12:04 Lonicera ist offline Beiträge von Lonicera suchen Nehmen Sie Lonicera in Ihre Freundesliste auf
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RE: Korea Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Rainer Rupp ist aus meiner Sicht einer jener außenpolitischen Kommentatoren, die man mit der Lupe suchen muss.
In seinen Texten paaren sich Jahrzehnte lange Erfahrungen während des Kalten Krieges - und zwar auf beiden Seiten - mit fundierten Kenntnissen der aktuellen Situation und ihrer Hintergründe weltweit.
Sein gestern erschienener Artikel bestätigt die beängstigende Zunahme der Kriegsgefahr nicht zuletzt durch den erschreckenden Sinneswandel der US-Bevölkerungsmehrheit, die Präsident Trump quasi freie Hand gibt.

Zitat:
Zwei Drittel der US-Bevölkerung befürwortet inzwischen die Entsendung von US-Bodentruppen in einen neuen, potentiellen Korea-Krieg. Die Jahrzehnte lange Verteufelung Nordkoreas durch US-Politik und Mainstream Medien haben die US-Bevölkerung innerhalb von 25 Jahren vom einem entschiedenen Gegner eines neuen Krieges in Korea zu einem Befürworter gemacht. [...]

Weiterlesen unter
https://deutsch.rt.com/asien/55618-auf-e...em-korea-krieg/

Aber

Zitat:
[...]Ein Hoffnungsschimmer bleibt.
Der russische Außenminister Lavrow hat am 11. August vor der Presse erklärt, dass Russland und China eine "Reihe von Vorschlägen" haben, die auf die Verhinderung „eines der schlimmsten Konflikte … mit einer großen Zahl von Opfern" abzielen.
Wörtlich sagte Lavrow: Russland hat zusammen mit China einen Plan entwickelt, der ein ‘doppeltes Einfrieren“ vorschlägt: Kim Jong Un sollte seine Kernwaffenexperimente einfrieren und aufhören, irgendwelche Arten von ballistischen Raketen zu testen, während die USA und Südkorea ihre militärischen Großmanöver einfrieren sollten, die dem Norden als Rechtfertigung für seine Tests dienen.
Zugleich warnte der russische Außenminister vor der "überwältigende Menge absolut übertriebener Kriegs-Rhetorik“, die sowohl von der nordkoreanischen als auch von der US-amerikanischen Seite kommt.
"Die Seite, die stärker und klüger ist", sollte den ersten Schritt machen, um die Spannungen zu entschärfen“.
Ob der sehr kluge und bedachte russische Außenminister Gehör findet, ist allerdings eine andere Sache.

Nach neuesten Informationen hat China mit der Umsetzung der beschlossenen UN-Sanktionen begonnen, die Nordkoreas Wirtschaft und damit die Bevölkerung empfindlich treffen werden. Offenbar hält sie die chinesische Regierung aber für das letzte Mittel, wenigstens Kim zu mäßigen und dem/den Verrückten in Washington keine weiteren Argumente zu liefern.
Gegenüber diesen Leuten wären Sanktionen für meinen Geschmack weitaus angebrachter. suspekt

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14.08.2017 15:41 Lonicera ist offline Beiträge von Lonicera suchen Nehmen Sie Lonicera in Ihre Freundesliste auf
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RE: Korea Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Ich sah gestern ein aktuelles Interview mit Rainer Rupp, in dem er seine Sicht auf die scheinbar festgefahrene Situation nochmals bestätigt und als mögliche Schritte zur Entschärfung der Lage die zeitweilige Stationierung russischer und chinesischer Truppenkontingente in Nordkorea ins Spiel bringt, um der dortigen Bevölkerung/Führung das Gefühl von mehr Sicherheit zu geben. (Wäre natürlich nur mit Kims Einverständnis möglich.) Gleichzeitig bzw. danach sollten die USA dann ihre seit Jahrzehnten ununterbrochenen Provokationen wie groß angelegte Militärmanöver an Grenzen und Küsten Nordkoreas einstellen.
Das wären sicher Schritte in die richtige Richtung, aber die aktuellen Äußerungen von Präsident Trump geben sehr wenig Anlass zur Hoffnung.

Dagegen sagte einer seiner Amtsvorgänger, der nunmehr 93jährige Jimmy Carter, der Washington Post, was nordkoreanische Staatschefs ihm gesagt haben

Zitat:
"Die große Gefahr eines weiteren koreanischen Krieges ... ist die größte Bedrohung des Weltfriedens, und es ist unumgänglich, dass Pjöngjang und Washington einen Weg finden, die eskalierenden Spannungen zu lösen und zu einer dauerhaften, friedlichen Einigung zu gelangen."
Tatsächlich liegt das Problem nur in Washington und nicht in Pjöngjang, das seit Jahrzehnten nach normalisierten Beziehungen zu Amerika und dem Westen strebt.
Carter war früher mit Kim Il-sung (Nordkoreas Gründer), Kim Jong-nam (sein ältester Sohn und Nachfolger) und mit dem Vorsitzenden des Präsidiums der Obersten Volksversammlung zusammengetroffen.
Er fand sie und andere Regierungsvertreter der DVRK "völlig rational und entschlossen, ihr Land zu bewahren". Sie sind keine Verrückten, wie sie von den USA und anderen westlichen Hardlinern fälschlicherweise dargestellt werden.
Ihre Forderungen sind völlig legitim, erklärt Carter, sie wollen direkte Gespräche mit Washington, einen Friedensvertrag, der Jahrzehnte eines unsicheren Waffenstillstands beendet. Sie wollen, dass Sanktionen aufgehoben werden und Garantien dafür, dass es nicht zu einer nackten Aggression gegen ihr Land kommt, wie im Krieg der 1950er Jahre. Sie wollen normalisierte Beziehungen zur internationalen Gemeinschaft. Sie stellen keine Bedrohung für Amerika oder irgendein anderes Land dar. Sie wollen, dass ihre souveräne Unabhängigkeit respektiert wird. [...]
Sie fürchten zu Recht einen präventiven US Krieg gegen ihr Land, weshalb sie atomare und ballistische Raketenabschreckung angestrebt haben, nur für die Verteidigung, nicht für Angriff.
Während seiner gesamten Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg griff Nordkorea niemals ein anderes Land an.
Amerika droht mit nackter Aggression gegen alle Nationen, die sich nicht seinem Willen beugen, selbstständige werden für einen Regimewechsel vorgesehen.
Wegen der Bedrohung durch die Posen Washingtons besteht "keine ... Chance, dass (die DVRK) einer völligen Entnuklearisierung zustimmt und sich dadurch wehrlos macht."
Sie sind immun gegen harte Sanktionen und finden Wege, mit einer schlechten Situation umzugehen. Das Überleben des Landes steht an oberster Stelle.
Carter forderte die Trump-Regierung auf, "eine hochrangige Delegation nach Pjöngjang zu Friedensgesprächen zu entsenden oder eine internationale Konferenz mit Nord- und Südkorea, den Vereinigten Staaten und China [...] zu unterstützen".
Tillerson schlug Gespräche vor. Trump lehnt sie ab und nennt sie bedauerlicherweise Zeitverschwendung.
Amerika braucht Feinde, die erfunden werden, weil es keine gibt, um ungerechtfertigte, außer Kontrolle geratene Militärausgaben und Kriegstreiberei zu rechtfertigen. Pjöngjang weiß, was mit Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Jemen und anderen Ländern geschehen ist, die Washington präventiv angegriffen hat. Pjöngjang beabsichtigt, die bestmögliche Verteidigung zu verfolgen, um zu verhindern, dass es zum nächsten Ziel wird. [...]


http://www.antikrieg.com/aktuell/2017_10_07_jimmy.htm

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08.10.2017 01:04 Lonicera ist offline Beiträge von Lonicera suchen Nehmen Sie Lonicera in Ihre Freundesliste auf
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