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War Dresden eine unschuldige Stadt?

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Lonicera Lonicera ist weiblich
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War Dresden eine unschuldige Stadt? Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Am 14. Februar 1945 lagen zu dieser Tageszeit zwar die beiden schlimmsten Luftangriffe bereits hinter uns Dresdnern, aber ich war erblindet und fürchtete, es zu bleiben.
Wie ich die Zerstörung meiner Heimatstadt als Fünfzehnjährige erlebte, habe ich vor Jahren in einem Artikel beschrieben, der in diesem Thread ("In der DDR ..., S.6) bereits verlinkt ist.
Wer sich eine Meinung in der Frage "War Dresden eine unschuldige Stadt?" bilden möchte, findet dort außerdem meine persönlichen Erfahrungen im Hinblick auf die Haltung der Dresdner Bevölkerungsmehrheit in den 30er Jahren und während des 2. Weltkrieges.
Bemerkenswert in diesem Zusammenhang auch die Forschungsergebnisse eines Historikers!
http://www.zeit.de/2012/05/S-Gespraech-S...komplettansicht

Eigentlich wollte ich heute aber vor allem etwas zu meinem aus dem TV gewonnenen Eindruck von den Gedenkfeierlichkeiten zum 72. Jahrestag der Zerstörung schreiben.
Im Gegensatz zu Medien und Politikern empfand ich das offiziell ausschließlich zelebrierte "stille Gedenken" an die Opfer nicht als ausreichend.
Mir ist zwar klar, dass man damit gewaltsame Auseinandersetzungen verschiedener politischer Gruppierungen vermeiden und das durch Pegida ohnehin stark gesunkene Ansehen Dresdens nicht noch weiter beschädigen wollte.
Das ist legitim, und auch ich wäre mit der mehrtausendköpfigen schweigenden Menschenkette als Höhepunkt und Abschluss eines zuvor in regionalen Medien, Foren usw. auf der Grundlage historischer Fakten geführten intensiven Meinungsaustauschs hoch zufrieden.
Aber dieser hat offenbar nicht stattgefunden, denn sonst hätte die in einem Interview geäußerte Meinung von OBM Hilbert, Dresden sei damals keine unschuldige Stadt gewesen, nicht explosionsartig derartige Hassattacken ausgelöst, dass man den FDP-Politiker unter Polizeischutz stellen musste.
Neutralität - besser gesagt bequemes Schweigen - der sonst so eifrigen Meinungsmacher herrscht ja offenbar auch in Bezug auf die drei Schrottbusse an der Frauenkirche und die Fotoausstellung über Lampedusa-Gräber auf dem Theaterplatz.
Lobenswerte Absicht der städtischen Behörden: Mahnendes Gedenken an die Opfer von Krieg und Vertreibung mit Hilfe von "Kunst" (der ich persönlich in Form der Busse nichts abgewinnen kann - aber egal.)
Doch dann fehlen offenbar Verantwortungsbewusstsein und Mut, sich den vielen aus diesen Denkanstößen ergebenden Fragen ehrlich zu stellen - im Hinblick auf die Vergangenheit, aber vor allem hinsichtlich Gegenwart und Zukunft der Welt, Deutschlands und damit auch der Stadt Dresden.
Da stehen die Bürger dann zu Hauf vor den Schrottbussen, manche äußern Verständnis, viele empören sich lauthals ... Und weil nicht mal der Künstler klare Worte findet, bleibt bei manchem sicher bestenfalls die Erkenntnis: "Krieg ist gefährlich für Zivilisten. Aber Syrien ist glücklicherweise weit weg."
Eine Dresdnerin mittleren Alters jammerte (sinngemäß) in die Kamera, die Busse verschandelten ihr schönes, anmutiges Dresden. Wer sagt der Frau, dass die geliebte Stadt nach dem nächsten Krieg, der vielen Experten fast schon unausweichlich scheint, nicht mehr existieren wird?
Und wer den Lobpreisern der wieder errichteten der Frauenkirche, dass ihre Ruine das denkbar beste Dresdner Mahnmal gegen jeden Krieg war, eben weil sie die Schönheit und Anmut ringsum störte? Aus diesem Grund hätte ich gegen den Neubau gestimmt, und andere alte Dresdner ganz sicher auch.

__________________
Frieden ist nicht alles, aber alles ist nichts ohne Frieden
(Bertolt Brecht)

14.02.2017 19:35 Lonicera ist offline Beiträge von Lonicera suchen Nehmen Sie Lonicera in Ihre Freundesliste auf
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RE: War Dresden eine unschuldige Stadt? Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Forts.

Ach ja, die alten Dresdner! Die wurden gestern sehr energisch von einem TV-Reporter in die Schranken gewiesen. Sinngemäß: Sie sollten begreifen, dass das Gedenken an die Opfer des 13./14. Februar 1945 nicht nur ihnen, sondern allen Dresdnern gehört!
Wer hatte ihm das eingeflüstert, und warum?
Will man uns daran hindern, über unsere Lebenserfahrungen und Erinnerungen zu berichten (die bei mir bis ins Jahr 1933 zurückreichen)?
Weshalb sicher auch andere Alt-Dresdner darüber erstaunt und entrüstet waren, dass der jetzige OBM in seiner Rede den Eindruck erweckte, unsere Stadt sei quasi erst nach 1990 wieder in alt-neuer Schönheit erstanden.
Aber immerhin nehmen die Touristen aus dem Westen erfahrungsgemäß als selbstverständlich, was wir als unverschämte Geschichtsfälschung und Negierung unserer gewaltigen Aufbauleistungen empfinden.
Abschließend nochmals zur Frage: "War Dresden eine unschuldige Stadt?"
Dazu die Meinungsäußerung eines britischen Historikers, der ich mich weitestgehend anschließen kann.
Lesen unter
http://multimedia.sz-online.de/dresden1945#6334

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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Lonicera: 14.02.2017 22:24.

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