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Blüht was im Osten?

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Unter der obigen Überschrift kündigt die aktuelle Wochenendausgabe der jungen Welt (11./12.2.2017) eine neue Artikelserie von Otto Köhler an und veröffentlicht zugleich die ersten beiden Texte unter dem Titel

"Enteignet und betrogen - Wie Helmut Kohls treue Hand den Osten zum Blühen brachte"

Der Autor berichtet einleitend in knapper Form über wenig bekannte Fakten und Hintergründe der "Wiedervereinigung".
Beispielsweise darüber, mit welch unlauteren Methoden Bundeskanzler Kohl und seine Propagandatruppen die 1989/1990 in der DDR stattfindenden Demonstrationen in eine ihren eigenen Zielen entsprechende Richtung lenkten.

Zitat:
[...]Schon wenige Wochen nach dem Mauerfall trat er in Dresden mit einem Riesenpropagandatross auf: Wagenweise kam man aus dem Bonner CDU-Hauptquartier angefahren und verteilte westdeutsche Fahnen und Transparente mit Aufschriften wie »Bundesland Sachsen« – das gab es noch nicht – »grüßt den Bundeskanzler«. Bis zur Wahl im März lief die Materialschlacht heiß. Zur Kohl-Kundgebung am 14. März in Leipzig wurde neben den westdeutschen Fahnen ein großes Transparent geliefert: »Helmut, nimm uns an die Hand, zeig uns den Weg ins Wirtschaftswunderland!« Es gab keinen Protest gegen diese Unverfrorenheit – triumphierend zeigt er das Foto dieses angeblichen Hilferufs aus dem Osten auf einem zweiseitigen Hochglanzfarbdruck in seinen »Erinnerungen 1982–1990«.[...]


Außerdem beschreibt Otto Köhler die (durch Expertenwarnungen vorhergesagten) katastrophalen Auswirkungen der überstürzten DM-Einführung auf die DDR-Wirtschaft.
Bei deren Zerschlagung, d.h. der Enteignung der DDR-Bevölkerung, spielte die "Treuhandanstalt" unter Birgit Breuel die entscheidende Rolle. Das Ergebnis ihrer Anstrengungen ist wahrhaft beeindruckend:

Zitat:
[...] als die Treuhand ihre Abdeckerarbeit beendigt hatte, waren 85 Prozent der Betriebe in westdeutscher und nur noch fünf Prozent in ostdeutscher Hand, die restlichen zehn Prozent übernahm das Ausland. [...]


Besonders pikant unter dem Gesichtspunkt, dass die ›Treuhandgesellschaft‹ von der letzten DDR-Regierung "zur Wahrung der Anteilsrechte der Bürger mit DDR-Staatsbürgerschaft am Volkseigentum der DDR« gegründet worden war. Mit den Anteilsscheinen sollten die Bürger beispielsweise Wohnungen kaufen können.

Zitat:
[...]Als Birgit Breuel am Ende ihrer Volksvermögensvernichtungtätigkeit vergnügt vor Fernsehkameras das Treuhand-Schild vom Hermann-Göring-Haus abschraubte, in dem heute Wolfgang Schäuble residiert, da hatte sie nahezu eine Billion DM vernichtet – unendlich viel mehr als ihr Vater, der Arisierer und Bankier Alwin Münchmeyer, bei seiner Pleite vertilgen konnte.
Bis heute wurde sie nie zur Rechenschaft gezogen.


Bitte vollständig lesen unter
https://www.jungewelt.de/2017/02-11/024.php

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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Lonicera: 11.02.2017 17:54.

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Zitat:
Die landwirtschaftlich genutzte Fläche in Ostdeutschland (ohne Berlin) umfasste 2014 nach Daten des Statistischen Bundesamtes 5,5 Millionen Hektar. Das entspricht einem Drittel der entsprechenden Fläche in der gesamten Bundesrepublik. Darüber hinaus sind in den fünf neuen Bundesländern knapp 3,1 Millionen Hektar von Wald bedeckt. Im Zuge der Bodenreform 1945 bis 1947 wurden in Ostdeutschland 3,3 Millionen Hektar und damit etwa ein Drittel der damaligen land- und forstwirtschaftlich genutzten Fläche in einen Bodenfonds überführt.
Zwei Drittel dieser Flächen wurden an insgesamt mehr als 500.000 Familien verteilt, die zunächst als Einzelbauern wirtschafteten. Mit der Bildung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) ab 1952 brachten viele von ihnen ihr Land freiwillig in die Kooperativen ein, viele wurden dazu aber auch gezwungen.
Ein Drittel der Flächen im Bodenfonds blieb in staatlicher Hand.
Ab 1992 privatisierte die bundeseigene Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG), eine Nachfolgerin der sogenannten Treuhandanstalt, diese ehemals volkseigenen Flächen. [...]
Insgesamt veräußerte die BVVG im Auftrag des Bundesfinanzministeriums mehr als 1,5 Millionen Hektar Ackerland, Wälder und Seen. Sogenannte Alteigentümer, also Nachfahren von im Zuge der Bodenreform enteigneten Großgrundbesitzern, können bis heute zu Vorzugspreisen von der BVVG Land erwerben.


Vollständigen Text dieser Information und einen detaillierten Artikel lesen unter
https://www.jungewelt.de/2017/02-14/068.php

-----------------

Franziska Augstein schrieb den unten verlinkten Artikel bereits im Jahr 2010.
Er enthält eine immer noch sehr lesenswerte Analyse des "erfolgreichen" Wirkens der Treuhand, die das Kunststück fertigbrachte, aus dem DDR-Volksvermögen in Höhe von 620 Mrd. DM ein Defizit von 270 Mrd. zu machen und mit der rücksichtslosen Zerschlagung der ostdeutschen Wirtschaft und dem damit verbundenen Abbau von 2/3 der Arbeitsplätze Massenarbeitlosigkeit zu verursachen.
Zur Verantwortung gezogen wurde für dieses desaströse Ergebnis bisher niemand.

http://www.sueddeutsche.de/politik/ddr-t...publik-1.137266

Immerhin kündigte die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke, im Sommer vergangenen Jahres eine Überprüfung der Treuhandarbeit im Rahmen einer Studie der Universität Bochum an. Sie bezeichnete die Treuhand lt. unten verlinktem Artikel sogar irgendwann als "Symbol eines brutalen, ungezügelten Kapitalismus, verbunden mit De-Industrialisierung und Massenarbeitslosigkeit".
Aber wetten, dass Frau Breuel & Co. dennoch bis ans Ende ihrer Tage unbehelligt bleiben werden?

http://www.thueringer-allgemeine.de/web/...assen-683142507

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Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Lonicera: 17.02.2017 03:31.

17.02.2017 03:00 Lonicera ist offline Beiträge von Lonicera suchen Nehmen Sie Lonicera in Ihre Freundesliste auf
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Diese vom AA produzierte Realsatire wäre ein Leckerbissen für Kabarettisten:

Zitat:
Im Jahr 1991 hat das Auswärtige Amt (AA) eine achtseitige Weisung herausgegeben und diese Perle diplomatischen Scharfsinns »Orientierungspunkte für eine einheitliche juristische und sprachlich korrekte Bezeichnung der neuen und alten Gebiete der Bundesrepublik Deutschland« genannt.
Es galt, dem sprachlichen Wildwuchs in den Medien etwas Dauerhaftes, Wohlerwogenes entgegenzusetzen.
Die Staatsbezeichnung ist »Bundesrepublik Deutschland«. Sie allein dürfe in offiziellen Texten zur Geltung kommen. »Die Kurzbezeichnung ›BRD‹ jedoch sollte im offiziellen Verkehr auch in Zukunft nicht verwendet werden«, mahnte besagte Weisung. [...]
In späteren Passagen stellt das AA den Gebrauch dem guten Geschmack anheim: »Es besteht kein Anlass mehr, ein Kürzel wie ›BRD‹ abzulehnen«, hieß es ein wenig inkonsequent, »da es nach dem Untergang der DDR als Staat (...) ideologische Gehalte nicht mehr transportiert.«
Aus einem denkwürdigen Grund war es für unsere Auslandsvertretungen nicht angezeigt, von der »ehemaligen Bundesrepublik« zu sprechen, da sie »nicht untergegangen und mit sich selbst identisch ist«. Mit sich selbst identisch!
Doch – so lasen wir im Folgenden – bestanden keinerlei Bedenken dagegen, die »ehemalige DDR« im Munde zu führen, »weil die DDR am 3. Oktober 1990 als Staats- und Völkerrechtssubjekt untergegangen ist«. (Oder vielleicht doch dem Geltungsbereich des deutschen Grundgesetzes beigetreten?)
Vor dem Gebrauch des Wortes »frühere DDR« wird indes entschieden gewarnt: »weil das Wort ›früher‹ den Gegensatz zu einem ›später‹ suggeriere, den es aber wegen des Untergangs der DDR nicht gibt.«
Mit einem Argument von eigenem Charme warnte die Weisung vor dem Gebrauch des Wortes »Ostdeutschland«. Es bestehe die Gefahr, »dass er als Negation der ehemaligen Zugehörigkeit der deutschen Ostgebiete zu Deutschland gedeutet wird«.
Auch »Mitteldeutschland« wurde abgelehnt, denn dies könne »als Anspruch auf Angliederung der östlich davon gelegenen Gebiete betrachtet« werden.
Allgemeines Rätselraten. Nicht Ost, nicht Mittel kam als Standortbezeichnung für die territorialen Nachlässe der DDR in Frage. Und dass Süd- oder Westdeutschland hier ausscheiden, verstand sich von selbst.
Trockenes Fazit: Das Amt hatte die Existenz der neuen Länder zwar anerkannt. Aber wo lagen sie eigentlich?


Außerdem berichtet Matthias Krauß darüber, wie er vergeblich den »Ost-Spiegel« entwarf, aber am Ende recht behielt
https://www.jungewelt.de/2017/02-16/012.php

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17.02.2017 03:28 Lonicera ist offline Beiträge von Lonicera suchen Nehmen Sie Lonicera in Ihre Freundesliste auf
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