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Warum sind rechtsextreme Umtriebe im Osten so häufig?

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Lonicera Lonicera ist weiblich
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Zitat:
[...] Sachsen hat nicht erst seit vergangener Woche ein Problem mit Rassismus, nicht erst seit Clausnitz, Bautzen, Pegida.
Es gibt in Sachsen seit Jahren Landstriche, in denen Neonazis praktisch die Kontrolle übernommen haben. Die NPD zog wiederholt in den Dresdner Landtag ein. Die neonazistische Terrorgruppe NSU konnte sich fast 14 Jahre lang in Sachsen verstecken. Am 13. Februar, dem Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg, versammelten sich an der Elbe regelmäßig mehrere Tausend Neonazis zur europaweit größten Kundgebung ihrer Szene.
Die Flüchtlingsbewegung wirkt im rechten Milieu wie ein Verstärker. In manchen Wochen melden Flüchtlingsfeinde in Sachsen bis zu 40 Demonstrationen an. Ein Fünftel der Angriffe auf Asylbewerberheime wurde laut "Mediendienst Integration" 2015 im Freistaat begangen.
Leipzigs Polizeichef Bernd Merbitz warnt vor einer "Pogromstimmung" gegen Migranten. "In Sachsen brechen gerade die letzten Dämme", sagt Hübler.
Die Eskalation rechter Gewalt, der Erfolg von Pegida, die hohe Zahl asylfeindlicher Demonstrationen, all das, glaubt Dietrich Herrmann, Sozialwissenschaftler an der TU Dresden, geschehe nicht zufällig in Sachsen, sondern sei das Ergebnis der politischen Kultur im Freistaat.
In Sachsen seien rechtsextreme Umtriebe über Jahre hinweg ignoriert und verharmlost, antirassistisches Engagement beargwöhnt und kriminalisiert worden. Kurt Biedenkopf, Ministerpräsident in Sachsen nach der Wende, gab früh die Richtung vor. Die Sachsen seien "immun gegen Rechtsextremismus", sagte der CDU-Politiker. Seine Nachfolger Georg Milbradt und Stanislaw Tillich setzten diese Politik fort.
2007 jagte ein rassistischer Mob in Mügeln[...] eine Gruppe Inder über den Marktplatz. Polizisten konnten in letzter Minute verhindern, dass die Verfolger ihre Opfer lynchten. Der frühere sächsische CDU-Innenminister, Albrecht Buttolo, sprach von einem Gerangel, das sich "hochgeschaukelt" habe, selbst wenn "rechtsextreme Sprüche" gefallen seien, müsse es sich nicht um eine Straftat mit rechtsextremem Hintergrund gehandelt haben.
[...] Oft genug heißt es: "Lasst sie doch einfach laufen und gebt ihnen nicht durch Gegendemonstrationen zusätzliche Aufmerksamkeit". [...] Es dauerte zum Teil Jahre, bis Täter vor Gericht gestellt werden. Allzu oft würden rechte Tatmotive vor Gericht ausgeblendet. Die vielbeschworene Härte des Rechtsstaats bekämen rechte Gewalttäter selten zu spüren.
Stattdessen werden Aktivisten, die sich gegen Rassisten und Neonazis engagieren, in Sachsen gegängelt. Antifaschisten, Oppositionelle, Flüchtlingshelfer werden als Ruhestörung, Einmischung, gar als Bedrohung wahrgenommen.
"Die ideologische Richtlinie hieß immer Äquidistanz", sagte Linken-Chefin Katja Kipping der "Zeit". "Wenn wir rechte Übergriffe ansprachen, hörten wir: Jaja, aber es gibt auch linke Chaoten, die Häuser beschmieren. Da wurden ein paar autonome Antifas gleichgestellt mit braunen Gewalttätern bis hin zu rechtsextremen Terroristen."
[...] Jahrelang ermittelte das Landeskriminalamt mit erheblichem Aufwand gegen eine vermeintliche "Antifa-Sportgruppe", die in Sachsen Jagd auf Neonazis gemacht haben soll. Die Polizei durchsuchte Wohnungen, zwang Personen zu DNA-Tests, spionierte mehr als 200.000 Telefone aus. Vergangenen Sommer wurde das Verfahren eingestellt. Dem angeblichen Rädelsführer konnte lediglich nachgewiesen werden, dass er an einer friedlichen Demonstration gegen Neonazis teilgenommen hatte.
Als im Januar dieses Jahres 200 Neonazis und Hooligans den Leipziger Stadtteil Connewitz verwüsteten, warnte der Chef des sächsischen Landeskriminalamts, Jörg Michaelis, nicht vor rechter Gewalt, sondern vor Linksextremisten. Auf einer CDU-Versammlung in Dresden sagte er: "Wir haben ein schweres Problem - links."


Vollständigen Text lesen unter
http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...-a-1078634.html

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22.02.2016 15:50 Lonicera ist offline Beiträge von Lonicera suchen Nehmen Sie Lonicera in Ihre Freundesliste auf
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RE: Warum sind rechtsextreme Umtriebe im Osten so häufig? Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse stammt aus Thüringen.
Seine Meinung zum Thema

Zitat:
„Hass und Gewalt sind im Osten stärker sichtbar und hörbar.“ Dies erkläre er mit den radikalen Umbrüchen der vergangenen Jahre. „Wer in den vergangenen 25 Jahren so viele Veränderungen überstehen musste, ist offensichtlich weniger gefestigt in seinen demokratischen und moralischen Überzeugungen.“


http://www.focus.de/politik/videos/aussc...id_5304437.html

PK
Einfacher könnte man auch sagen: Von den einst versprochenen "blühenden Landschaften" im Osten ist auch nach mehr als 25 Jahren nichts zu sehen.
Statt dessen veröden ganze Gebiete (s. Bericht über Clausnitz im Flüchtlings-Fred), wuchern Arbeitslosigkeit und andere Existenzängste. Das war bereits vor 1933 ein idealer Nährboden für faschistische Umtriebe.
Damals mussten Juden und Kommunisten als Sündenböcke herhalten, heute sind es Asylbewerber und Antifaschisten.
Und damals wie heute stellen sich Staatsorgane auf dem rechten Auge blind.

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22.02.2016 16:13 Lonicera ist offline Beiträge von Lonicera suchen Nehmen Sie Lonicera in Ihre Freundesliste auf
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Weitere interessante Überlegungen

Zitat:
[...] Sachsen wurde bis 2008 von Westdeutschen regiert – deutlich länger als jedes andere ostdeutsche Bundesland. [...] Stärker und länger als in anderen Bundesländern sah die CDU in Sachsen ihre Rolle darin, fremdenfeindliche Tendenzen nicht etwa klar zu tabuisieren, sondern eher aufzugreifen.
Der Islam gehöre nicht zu Sachsen, sagte Ministerpräsident Tillich vor einem Jahr in einem Interview, in dem es um die islamfeindliche Pegida-Bewegung ging, die ihr Zentrum [...] in Dresden hat.
In Teilen ist der Rechtsradikalismus im Osten auch ein Westimport.
NPD und DVU machten Ostdeutschland nach der Wende zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit, auch sogenannte Rechtsintellektuelle entdeckten den Osten als Missionsgebiet, in dem eine untergegangene Ideologie durch eine neue ersetzt werden sollte.
Das "Institut für Staatspolitik" etwa, an dem der (aus dem Westen stammende) Thüringer AfD-Chef Björn Höcke im vergangenen Jahr seine wirre Rassentheorie verbreitete, wurde 2000 in Sachsen-Anhalt gegründet – von Westdeutschen.
Die Rechten kamen, die Motivierten und Gebildeten gingen: Wie andere ostdeutsche Bundesländer auch litt Sachsen nach der Wende unter einem Braindrain. Mehr als 160.000 Sachsen zogen im Jahr 1990 fort.
In den 25 Jahren seit der Wiedervereinigung war der Saldo zwischen Zuzügen und Abgängen 16 Mal negativ. Der Leiter der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Frank Richter, sagt, in den Dörfern des Freistaats herrsche teilweise eine Stimmung wie in einer Männer-WG. "Die Zurückgebliebenen fühlen sich oft wie die Zurückgelassenen." Idealer Nährboden für Rassismus und Vorurteile. ...


Vollständigen Text lesen unter
http://www.n-tv.de/politik/Warum-immer-w...le17054036.html

PK
Über den nachfolgenden Absatz würde ich allerdings mit dem Autor diskutieren wollen:

Zitat:
Es gab schon zu DDR-Zeiten Rechtsradikalismus, über den wegen des staatlich verordneten Antifaschismus jedoch genauso wenig diskutiert wurde wie über Lehren aus dem Nationalsozialismus. Die Folge: Das politische Tabu, mit dem rechtsradikale Parteien in der Bundesrepublik belegt sind, ist in Ostdeutschland weniger ausgeprägt.


Na klar, irgendwie muss ja wohl doch der "Unrechtsstaat" an allem Schuld sein!
Es ist total lächerlich zu behaupten, dass in der DDR nicht über die Lehren aus dem Nationalsozialismus diskutiert wurde: Das Wissen darüber wurde bereits den Schulkindern mit dem ABC vermittelt - ganz im Gegensatz zur Bundesrepublik! Es gab auch im Gegensatz zu dieser in der DDR keine vergleichbare Neonaziszene oder Strukturen wie die Wehrsportgruppe Hoffmann u. ä.
Aber es war für viele allzu vertrauensselige Ostdeutsche anfangs eben einfach nicht vorstellbar, dass sich in der heilsbringenden Bundesrepublik aktive Neonazis sogar in offiziellen Parteien wie der NDP zusammenrotten durften!
Und selbst noch nach 25 Jahren hat sich daran nichts geändert - das längst fällige NPD-Verbot wird es wohl nie geben, die Faschisten sitzen immer noch in deutschen Parlamenten.
Was heißt denn da "politisches Tabu", wie es der Autor formuliert? Kopfpatsch

Und nach meiner Auffassung, die ich bereits vor einiger Zeit mal formulierte, spielt bei der "Rechts-Anfälligkeit" mancher Ossis durchaus auch das westdeutsche Naserümpfen über den "verordneten Antifaschismus" der DDR eine Rolle.
Da ja in der DDR angeblich alles schlecht war, kann ja wohl eines ihrer wichtigsten Prinzipien auch nicht gut gewesen sein.
Und welcher maßgebliche Bundespolitiker spricht denn heutzutage in positivem Sinn von "Antifaschismus", d. h. von der zwingenden Notwendigkeit, den wieder erstehenden Faschismus entschlossen zu bekämpfen?
Antifa - damit werden naserümpfend irgendwelche "linken Chaoten" stigmatisiert.
Der Begriff ist politisch eindeutig negativ belegt, und zwar gewollt.
Denn der "wahre Feind" steht aus Sicht der herrschenden Eliten links.
Genau wie damals ...

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